Ursprung des Sternsingens

Das Sternsingen geht auf die Überlieferung aus der Weihnachtsgeschichte mit den Weisen aus dem Morgenland zurück. 
In Langnau im Emmental wird das Sternsingen von der reformierten und katholischen Landeskirche sowie den Allianzgemeinden getragen.
Es ist auch offen für Kinder nicht christlicher Religionen. 
Seit 1998 singen die Langnauer Sternsingerinnen und Sternsinger an mittlerweile über 100 Stationen in unserer ganzen Gemeinde.

SternsingerInnen 2013 vor dem dahlia Lenggen in Langnau

 

 

C + M + B

Der 6. Januar heisst im Kirchenkalender seit seinen Anfängen „Epiphanie“.
Zu Deutsch bedeutet dieses griechische Wort „Aufscheinen“.
Damit ist gemeint, dass mit der Geburt von Jesus für alle Völker ein Licht aufgegangen ist.

Die heutigen „Heiligen Drei Könige“, zusammen mit den Hirten, erinnern daran, dass Vertreter der damaligen Völker dem besonderen Stern folgten und zum wah­ren Licht kamen, Jesus Christus. Seinen Segen tragen die SternsingerInnen zu den Menschen und schreiben ihn mit Kreide an den oberen Türbalken ihrer Häuser.
Da­mit soll das ganze Jahr hindurch daran erinnert werden, dass Gott sich uns Men­schen zugewandt hat.

Die Bedeutung der Segenszeichen:
Zwischen der Jahreszahl, gleichbedeutend für unseren Alltag, stehen die drei Buch­staben „CMB“ als Abkürzung des lateinischen Satzes:

Christus Mansionem Benedi­cat.

Übersetzt lautet er: Christus segne dieses Haus. In dem Wort "Haus" sind die Men­schen angesprochen, die darin wohnen.

 

Die biblischen Sterndeuter werden im Volksmund oft als „Könige“ bezeichnet und sogar mit Namen voneinander unterschieden.
Sie erinnern an die Botschaft der Ge­schenke:


Caspar = „Schatzmeister“: Er brachte Weihrauch als Hinweis auf Gott.

Melchior = „König des Lichts“: Er trug Gold zur Krippe als Hinweis auf Jesus unseren „König“.

Baltasar = „Gott schütze das Leben des Königs“: Er brachte Myrrhe als Hinweis auf das Sterben und Auferstehen von Jesus Christus.

 

 

Weihnachtsbotschaft und Sternsingen

Am 25. Dezember feiern wir das Geburtsfest von Jesus Christus. Seine Ankunft vor 2000 Jahren verkündigten die Engel den Hirten auf dem Feld mit der Botschaft: „Ehre sei Gott im Himmel und auf Erden! Sein Friede gilt allen Menschen, die sich von ihm lieben las­sen!“ Das Licht eines Sterns zeigte, wo Jesus geboren war. Weise Menschen aus dem Morgenland erkannten die Botschaft dieses Lichts. Sie folgten dem Stern und fanden Gott.
Vor ihm fielen sie nieder und beteten ihn an. Dann breiteten sie ihre Schätze aus, die sie ihm als Geschenk mitgebracht hatten: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Zum Jahresbeginn überbringen die Langnauer Sternsingerinnen und Sternsinger mit ihren Liedern in unserem Dorf die Botschaft der Engel allen Menschen, die sie vernehmen wol­len. Damit wir das ganze Jahr an diesen Segen von Gott erinnert werden, schreiben die Kinder die Buchstaben C, M und B, eingebunden in die Jahres­zahl 2015, an die Balken der Eingangstüren unserer Häuser:

 

 

C+M+B

 

Die drei Buchstaben stehen als Abkürzung des lateinischen Satzes: „Christus Mansionem Benedicat.“ Übersetzt lautet er: „Christus segne dieses Haus.“ In dem Wort „Haus“ sind die Menschen angesprochen, welche darin wohnen.
Die Weisen brachten Jesus wertvolle Gaben. Solche können sich nur reiche Leute leisten. Als Ausdruck dieser Überlieferung kleiden sich einige unserer SternsingerInnen wie Köni­ge. Da im Matthäusevangelium drei verschiedene Geschenke aufge­zählt sind, werden je­der Sternsingengruppe drei „Könige“ zugeteilt. Bereits im 6. Jahrhundert gab man ihnen die Namen „Caspar, Melchior und Balthasar“. Mit der Bezeichnung „Caspar“ wird ein Schatzmeister verbunden und mit ihm der Weih­rauch als Hinweis auf Christus unseren Gott. „Melchior“ steht für einen König des Lichts. Sein funkelndes Gold weist auf Christus als unseren König hin. „Balthasar“ bekundet den Schutz unseres ewi­gen Lebens durch Gott. Seine Myrrhe soll an den Tod und die Auferstehung von Christus erinnern.
Weil die Begriffe „Caspar, Melchior und Balthasar“ im Volksmund allgemein gebräuchlich sind, nennen sich die „Könige“ des Langnauer Sternsingens ebenso.
Zumindest einer unserer drei Sternsingenkönige zeigt eine dunkle Gesichtshaut und einer eine helle. Damit soll ausgedrückt werden, dass vor Gott alle Menschen gleich sind: unab­hängig von ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft. So werden wir uns sichtbar bewusst, dass Gott keinen Rassismus und keine Diskriminierung kennt.
Gott möchte allen Menschen seinen Frieden schenken: den Reichen wie auch den Armen. Als Zeichen dafür kleiden sich daher in jeder Sternsingengruppe einige Kinder als Könige, andere als Hirten.
Jesus Christus ist der Höchste aller Könige: Die Engel forderten die Hirten auf dem Feld auf, ihn zu ehren. Die Weisen aus dem Morgenland fielen vor ihm nieder und beteten ihn an. Unsere „Königinnen und Könige“ des Sternsingens tun es ihnen gleich: Indem sie sich verneigen, lassen sie ihre Demut vor Gott erkennen. Damit nehmen sie von jeglichem Per­sonenkult Abstand: Bücklinge vor mächtigen oder Verehrungen von berühmten Menschen sind nie angebracht! In diesem Sinne sprechen die SternsingerInnen den Anwesenden auf den Strassen und Plätzen unseres Dorfes den Segen zu:

Gott sägni öich u öies Huus
u aui, wo gö ii u uus.
Mir wünsche öich äs glücklechs Jahr:

Caspar, Melchior, Balthasar.